{"id":1387,"date":"2022-11-26T11:46:16","date_gmt":"2022-11-26T11:46:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/?p=1387"},"modified":"2023-02-17T15:06:22","modified_gmt":"2023-02-17T15:06:22","slug":"soll-ein-wirbelbruch-zuerst-mit-2-wochen-bettruhe-behandelt-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/?p=1387","title":{"rendered":"Soll ein Wirbelbruch zuerst mit 2 Wochen Bettruhe behandelt werden?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Altersmedizin-USZ.png\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Altersmedizin-USZ.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1437\" width=\"212\" height=\"475\" srcset=\"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Altersmedizin-USZ.png 387w, http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Altersmedizin-USZ-134x300.png 134w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><figcaption>Altersmedizin, USZ<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Newsletter 61<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong>&nbsp;Wirbelbr\u00fcche sind die h\u00e4ufigsten osteoporotischen Br\u00fcche bei \u00e4lteren Patienten. Die H\u00e4ufigkeit der Br\u00fcche steigt im Alter von 65 Jahren steil an \u2013 bei den Frauen st\u00e4rker als bei den M\u00e4nnern. Das Standardvorgehen zur korrekten Behandlung ist bis heute nicht definiert und die fr\u00fche Behandlung durch invasive orthop\u00e4dische Eingriffe mit Zementinjektionen ist umstritten. Trotzdem steigt die Anzahl dieser Eingriffe seit 10 Jahren kontinuierlich an. Es wird vermutet, dass die Medtech-Industrie hier wesentlich dazu beitr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziel:<\/strong>&nbsp;Japanische Forscher wollten die Frage kl\u00e4ren, ob kurz nach dem Auftreten einer Wirbelfraktur ein konservatives Vorgehen mit 2 Wochen Bettruhe sinnvoll ist und weniger Patienten unn\u00f6tig operiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Methode:<\/strong>&nbsp;In einer prospektiven randomisierten Studie wurden Patienten (Durchschnittsalter 80 Jahre) mit einer frischen Wirbelfraktur mit 2 unterschiedlichen Behandlungsschemen behandelt. W\u00e4hrend in einem Spital die Patienten (n=108) in den ersten 2 Wochen mobilisiert wurden, mussten im 2. Spital die Patienten (n=116) 2 Wochen Bettruhe einhalten. Die Patienten wurden zudem in unterschiedliche prognostische Gruppen eingeteilt bez\u00fcglich Frakturheilung, Kyphosierung (Bildung eines Buckels) und Alltagsverrichtungen. Dabei wurden standardisierte R\u00f6ntgenbilder, CT- und MRI Bilder angefertigt.&nbsp;&nbsp;Der Hauptendpunkt der Studie war die Anzahl der Patienten, die operiert werden mussten. Die Patienten wurden 6 Monate nachkontrolliert. Alle Patienten hatten physiotherapeutische Behandlungen mit rumpfstabilisierenden Uebungen, resp. Instruktionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Resultate<\/strong>: 45 Patienten in der Bettruhe Gruppe und 39 in der mobilen Gruppe hatten ung\u00fcnstige radiologische Befunde. Die Gruppe der Patienten in der Bettruhe Gruppe , die operiert&nbsp;&nbsp;werden mussten, war deutliche kleiner als in der mobilen Gruppe (3 vs 8, p= 0.02). Die ADL Aktivit\u00e4ten waren jedoch nach 6 Monaten nicht unterschiedlich. Die Wirbelkollapsprogression war 6.4% in der Bettruhe Gruppe versus 20.9 % in der mobilen Gruppe. (p&lt; 0.001) und die Kyphoseprogression war 2.4% in der Bettruhe Gruppe und 8.8% in der mobilen Gruppe (p&lt; 0.001). (1)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlussfolgerung:<\/strong>&nbsp;Patienten mit einer frischen Wirbelfraktur sollten trotz ung\u00fcnstigen radiologischen Befunden am Anfang der Behandlung mit 2 Wochen Bettruhe behandelt werden. Dies verringert die Notwendigkeit einer chirurgischen Behandlung und wirkt sich zugleich g\u00fcnstig auf die kn\u00f6chernen Ver\u00e4nderungen der Wirbelfraktur (Kyphosierung) aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Patienten neben der medikament\u00f6sen Osteoporosebehandlung zur Schmerzbehandlung ad\u00e4quat in absteigender Dosierung behandelt werden (in der Regel mit Opiaten). Die normale konservative Behandlung dauert meistens 6-8 Wochen. Nach 2 Wochen k\u00f6nnen die Patienten mobilisiert werden falls n\u00f6tig mit einer st\u00fctzenden Miedertherapie.<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Funayama T. J Bone Joint Surg Am 2022; 104: 1785-95<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Newsletter 61 Hintergrund:&nbsp;Wirbelbr\u00fcche sind die h\u00e4ufigsten osteoporotischen Br\u00fcche bei \u00e4lteren Patienten. Die H\u00e4ufigkeit der Br\u00fcche steigt im Alter von 65 Jahren steil an \u2013 bei den Frauen st\u00e4rker als bei den M\u00e4nnern. Das Standardvorgehen zur korrekten Behandlung ist bis heute nicht definiert und die fr\u00fche Behandlung durch invasive orthop\u00e4dische Eingriffe mit Zementinjektionen ist umstritten. 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