{"id":1145,"date":"2018-09-03T08:20:47","date_gmt":"2018-09-03T08:20:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/?p=1145"},"modified":"2018-09-03T08:34:07","modified_gmt":"2018-09-03T08:34:07","slug":"warum-werden-osteoporotische-wirbelfrakturen-immer-noch-mit-vertebroplasty-zementinjektionen-behandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rheumaberatung.ch\/?p=1145","title":{"rendered":"Warum werden osteoporotische Wirbelfrakturen immer noch mit Vertebroplasty (Zementinjektionen) behandelt?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/injection-519388_960_720.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1146 size-medium\" src=\"http:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/injection-519388_960_720-300x269.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/injection-519388_960_720-300x269.jpg 300w, https:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/injection-519388_960_720-768x689.jpg 768w, https:\/\/www.rheumaberatung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/injection-519388_960_720.jpg 803w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><strong>Hintergrund:<\/strong> Seit Jahren werden frische osteoporotische Wirbelfrakturen zur Stabilisation und zur Schmerztherapie mit Zementinjektionen (Vertebroplasty oder Kyphoplasty) behandelt. Der Nutzen dieses chirurgischen Vorgehens blieb stets umstritten, da die meistens Frakturen auch konservativ, d.h. ohne Operation behandelt werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><strong>Ziel:<\/strong> Eine holl\u00e4ndische Gruppe f\u00fchrte in 4 Spit\u00e4lern eine kontrollierte Studie durch wobei Patienten mit einer bis drei osteoporotischen Wirbelfrakturen eingeschlossen wurden. Die Patienten mussten f\u00fcr mindestens 6 Wochen Schmerzen \u00fcber 5 auf einer Schmerzskala 1-10 angeben.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><strong>Methode:<\/strong> 180 Patienten \u00e4lter als 50 Jahre wurden eingeschlossen. Die osteoporotische Fraktur lag zwischen thorakal 5 bis lumbal 5. 91 Patienten waren in der Vertebroplasty Gruppe und 89 in der Kontrollgruppe.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Alle Patienten erhielten eine Schmerzinfiltration im Bereich der kleinen Wirbelgelenke. Den Kontrollpatienten wurde eine Zementinjektion vorget\u00e4uscht. Der Schmerz wurde zu verschiedenen Zeitpunkten auf der VAS gemessen: nach 1 Tag, nach 1 Woche nach einem , drei, sechs und 12 Monaten. Zudem wurde jeweils die Lebensqualit\u00e4t und die Behinderung mit dem Roland Morris Fragebogen gemessen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><strong>Resultate:<\/strong> Die durchschnittliche Schmerzreduktion bezogen auf den Ausgangspunkt war in beiden Gruppen signifikant. Die Unterschiede zu den Messpunkten waren 0.2 zu Beginn, -0,43 am ersten Tag, -0.1 nach einer Woche, 0,4 nach einem Monat, 0,2 nach 3 Monaten, 0,39 nach 6 Monaten und 0,45 nach 12 Monaten. Im Verlauf dieser Nachkontrollen waren dieser Unterschiede zwischen der Vertebroplasty-Gruppe und der Kontroll-Gruppe nicht signifikant unterschiedlich. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Gebrauch von Schmerzmedikamenten (Analgetika, Schwache und stark wirksame Opiate) reduzierte sich im Verlauf in beiden Gruppen. Der Unterschied war jedoch in beiden Gruppen nicht signifikant. 2 relevante Nebenwirkungen ereigneten sich in der Vertebroplasty Gruppe: eine respiratorische Insuffizienz und eine vasovagale Reaktion.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><strong>Schlussfolgerung:<\/strong> Die perkutane Vertebroplasty zeigte keine Ueberlegenheit bez\u00fcglich Schmerzreduktion, Lebensqualit\u00e4t und Behinderung im Alltag gegen\u00fcber der Kontrollgruppe.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Es stellt sich die Frage, wieso die Versicherungen diesen unn\u00f6tigen Eingriff noch bezahlen, obwohl die meisten osteoporotischen Frakturen konservativ mit Ruhigstellung (Korsett) und Schmerztherapie behandelt werden k\u00f6nnen. Es ist jedoch weiterhin unklar , ob dieser Eingriff im l\u00e4ngeren Beobachtungsverlauf einen g\u00fcnstigen Einfluss auf die Deformierung der Wirbels\u00e4ule haben k\u00f6nnte. Ebenso gilt f\u00fcr onkologische sowie instabile Frakturen eine andere Vorgehensweise.<\/span><\/p>\n<ol class=\"ol1\">\n<li class=\"li1\"><span class=\"s1\"> Firanescu CE et al. Vertebroplasty versus sham procedure for painful osteoporotic vertebral compression fractures (Vertos IV): Randomised sham controlled clinical trial<\/span><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund: Seit Jahren werden frische osteoporotische Wirbelfrakturen zur Stabilisation und zur Schmerztherapie mit Zementinjektionen (Vertebroplasty oder Kyphoplasty) behandelt. Der Nutzen dieses chirurgischen Vorgehens blieb stets umstritten, da die meistens Frakturen auch konservativ, d.h. ohne Operation behandelt werden k\u00f6nnen. 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